Was ist Boogie?



 

 Als Tanz gehört Boogie Woogie zur Familie der Swing-Tänze und ist ein Vorläufer des modernen Rock ’n’ Roll-Tanzes.

  • Stil: Er zeichnet sich durch schnelle, improvisierte Fußarbeit, dynamische Drehungen und eine enge Verbindung zur Musik aus.
  • Technik: Getanzt wird meist im 6-Count- oder 8-Count-System, wobei der 6-Schritt-Grundschritt am verbreitetsten ist.
  • Social Dance: Im Gegensatz zum akrobatischen Rock ’n’ Roll liegt der Fokus beim Boogie Woogie mehr auf der Interpretation der Musik und dem gemeinsamen Spaß im Paar („Leader“ und „Follower“), nicht auf akrobatischen Einlagen, wie sie beim Rock´n´Roll getanzt werden.

Boogie-Woogie wird zu Rock'n'Roll- und Swing-Musik der 1950er/1960er Jahre oder aktueller Musik dieses Genres getanzt, und verkörpert das Lebensgefühl der 1950er Jahre, das geprägt war von Aufbruch, wirtschaftlichem Wiederaufbau („Wirtschaftswunder“) und dem starken Wunsch nach Sicherheit, Ordnung und privatem Glück nach dem Krieg. Es war eine Ära der neuen Konsumfreude -es darf wieder geträumt werden: von einem eigenen Fernseher, einem Auto oder sogar von einer kleinen Reise - und auch des aufkommenden Rock 'n' Roll als Rebellion der Jugend, musikalisch geprägt durch Elvis Presley, Bill Haley oder Jerry Lee Lewis. 

 

Die "Party", wie wir sie heute kennen, wurde in den 50er-Jahren aus den USA importiert: Sass man während der goldenen 20er noch auf üppigen Sofas oder um massive runde Tische herum, steht und tanzt man in den 50ern ohne Sitzgelegenheit durch die ganze Nacht.

 

Die Jugend war ermüdet durch die schwere Last der Nachkriegszeit, der Rock'n'Roll hat es ermöglicht, sie in leichtere Gemütszustände zu schwingen. In grösseren Städten motivierte der Rock'n´Roll Jugendliche zur Formierung von Subkulturen, die sich aktiv und auf provokante Weise von der älteren Generation abgrenzten. Schauspieler wie James Dean und Marlon Brando trafen mit ihrer Bad-Boy-Attitüde und ihrem revolutionären Musikgeschmack den Nerv der damaligen europäischen Jugend.

 

Aber nicht nur der amerikanische Rock'n'Roll erlebte einen Aufschwung, aus den Musikboxen ertönten auch Schlager, die die zunehmende Internationalität der westlichen Welt besangen. Peter Alexander, Conny Froboess, Caterina Valente oder Peter Kraus und viele andere tanzten und sangen sich adrett gestylt durch romantische Komödien und große Samstagabend-Shows im öffentlich rechtlichen Fernsehen.